Filmabend: Walzer mit Bechir

9. März 2011 von OKAZ

Waltz mit BashirSamstag, 26.03.2011, 19.00
Film und Diskussion mit Psychoanalytikerin

Der Filmtitel spielt auf Bachir Gemayel, den Anführer der mit Israel verbündeten rechten christlichen Milizen an, dessen Ermordung mit dem Massaker von Sabra und Schatila gerächt werden sollte. Auch wenn der Film die direkte Beteiligung der israelischen Armee am Massaker nicht anspricht, ist er eines von wenigen israelischen Werken, welche die israelische Verantwortung für das Massaker von Sabra und Schatila behandeln.

Folman (als Trickfilmfigur) reflektiert in einer Kneipe mit seinem Freund Boaz Rein-Buskila über dessen Albtraum mit einer großen Meute von 26 zähnefletschenden Hunden, der ihn immer wieder im Zusammenhang mit ihrem gemeinsamen Einsatz als Soldaten im Libanon heimsucht. Folmans Erinnerungen daran sind jedoch verdrängt und werden im Laufe des Filmes erst nach und nach freigegeben.
Die Filmgeschichte ähnelt einer Psychoanalyse von kriegs-traumatisierten Soldaten.
Die Nachbereitung des Filmes besteht in einer kurzen Ausführung über die vom Film ausgeklammerte israelische Beteiligung bei der Planung, Durchführung und Spurenbeseitigung des Massakers und einer gemeinsam mit einer Psychoanalytikerin und Expertin zum Thema „Trauma“ geführten Diskussion, ob die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verwässert oder die Thematisierung von Traumata der Täter wichtiger Bestandteil im Verständnis von Krieg und Verfolgung ist.


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