Hörbuch-Präsentation “Höre Israel”

15. März 2011 von OKAZ

Höre Israel
Samstag, 14.05.2011, 19.00

Hörbuch-Präsentation „Höre Israel!“ von Erich Fried
Erich Fried zählt zu den bekanntesten Lyrikern der deutschen Sprache. Wenig bekannt sind jedoch seine politischen Gedichte und insbesondere „Höre, Israel!“ von 1974, in dem er als Jude sein Gefühl der Mitverantwortlichkeit zum Ausdruck brachte „für das, was Juden in Israel den Palästinensern und anderen Arabern tun“. Er verstand sein Buch als „Warnung vor dem Irrweg“ der israelischen Unterdrückungspolitik gegenüber den Palästinensern, der „schließlich zu einer Katastrophe für die Juden im heutigen Israel führen könnte“.

Der Schauspieler und Sprecher Jürgen Jung, Mitglied des Münchener Vereins Salam Shalom, hat aus dem Lyrikband ein Hörbuch gemacht, das im Melzer Verlag erschienen ist. Am 14. Januar wurde es vom Bayerischen Rundfunk zum „Hörbuch der Woche“ gewählt. In der Laudatio heißt es, das Buch sei „mit Hingabe und auf höchstem künstlerischen Niveau vorgetragen“.

Zusammen mit seiner Kollegin Beate Himmelstoß und musikalisch begleitet vom libanesischen Oud-Virtuosen Moufid Memeh wird Jürgen Jung „Höre, Israel!“ im Österreichisch-Arabischen Kulturzentrum präsentieren.

Moshe Zuckermann zum Hörbuch:
Was soll ich Dir sagen: Es ist eine Wucht! Nicht nur die Texte, Gedichte und Notizen Frieds, sondern nicht minder auch Eure famose Darbietung dieser wertvollen Anthologie. Chapeau!

Lieber Jürgen,
sensationell gut Deine Hör-CD:
ein Hör-Buch, das mit dem Titel “Höre Israel” anfängt, das ist an sich schon gut; dann eine astreine, akribische redaktionelle Arbeit; dazu eine lupenreine Präsentation mit hervorragenden Sprechern und Musikern; und zu guter Letzt eine Aktualität, die einen vor allem deshalb umhaut, weil es ja bereits vor 40 Jahren geschrieben wurde. Ein Menetekel, das der Fried vor 40 Jahren schon an die Wand geknallt hat und wer hat es gelesen oder gehört? Diese Hörbuch ist nicht nur das Hörbuch des Monats, sondern des Jahres. Texte wie “Deir Yassin” oder “Die Hand” hauen einen vom Hocker. Und man schämt sich, daß Vietnam schon wieder so in Vergessenheit geraten ist. Wegen Vietnam fing ich 1967 auf die Straße zu gehen. Das hat mich als jungen Menschen politisiert und ich saß mit Erich Fried in Bremen im Café zusammen mit der Schauspielerin Ellen Esser und ich habe Adressen mit ihm getauscht und ihn dann im Sommer 1970 in London in seinem chaotischen Arbeitszimmer besucht. Offenbar mit einem Brett vorm Hirn. Danke, daß Du es mir jetzt nach 40 Jahren von der Stirn gerissen hast. Ich bin vor mir selbst erschrocken. Da hat man eine Jahrhundertbegegnung gehabt und weiß es gar nicht. …

Liebe Grüße
R. Waldemar B.
2. 4. 2011


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